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Wie erkennt man Betrüger?

Gar nicht. Zumindest nicht auf den ersten Blick.

Da es hier wieder – wie bei den meisten meiner Blogs – um Finanzielles geht, sollte man einige Grundregeln kennen. Woran also erkennt man sie – die Betrüger? Die besten Betrüger sind gerade die, bei denen man es sich nicht im Entferntesten vorstellen kann, dass es sich um einen Betrüger handelt. So nett und freundlich. So gewinnend. So sympathisch. Verständnisvoll und zugewandt. Unvorstellbar, dass dieser Mensch ein Betrüger sein könnte!

Betrüger sind sympathisch!

Und doch ist es so – manchmal. Wie kann man sich schützen? Wie schaut man hinter die Kulissen der schönen Fassade? Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es kommen kann, dass auch kluge Leute auf Betrüger hereinfallen – oftmals in finanziellen Angelegenheiten –?

Wenn man sich einige Mechanismen anschaut, so kann man sich mit ein wenig gesundem Misstrauen schützen.

Prüfe, wem Du Dein Vertrauen schenkst

Ein vollständiger Schutz vor Betrug wird nie gelingen, weil jeder Mensch sich irgendwann entscheiden muss, ob und inwieweit er vertrauen möchte. Vertrauen macht immer verletzlich. Vertrauen kann missbraucht werden. Dennoch wird wahres Menschsein ohne ein Mindestmaß an Vertrauen nicht gelingen.

Sich durch einen Vertrauensvorschuss verletzlich zu machen, ist zugleich eine emotional meist lohnende Investition in Freundschaft und menschliche Tiefe einer Beziehung.

Die Mechanismen des Betrugs sind immer ähnlich

Dennoch wollen wir es Betrügern nicht allzu leicht machen. Lassen Sie uns die folgenden Regeln beherzigen:

1. Höre auf Deinen Bauch:

Scheinen die objektiven Fakten zu stimmen, aber Dein Bauch sagt: „nein“? Dann prüfe, ob dich dein Bauch als „unbewusstes Wissen“ nicht warnen will.

2. Höre nicht auf Deinen Bauch:

Trenne Deine subjektive Wahrnehmung von den objektiven Fakten. Prüfe, ob Du diese Entscheidung auch treffen würdest, wenn alleine die objektiven Fakten maßgebend wären.

3. Glaube nicht an „das Gute“ im Menschen.

Denn das gibt es nicht. Das klingt hart, steht aber im völligen Einklang zur christlichen Ethik. Danach liegt im Menschen eine Neigung, ein Geneigtsein zum Bösen (1. Mose 8,21). Das heißt im besten Falle, dass sich Menschen bemühen, zum Guten zu streben, was aber – wie wir alle wissen – oftmals misslingt. Von denen, die gar nicht zum Guten streben, hat man umso weniger erwarten.

4. „An den Taten werdet ihr sie erkennen“,

sagt die Bibel in Matth. 7,15. Sie spricht sogar von „reißenden Wölfen, die in Schafskleidern zu euch kommen“. Achten Sie also genau auf das, was gesagt wird und darauf, was dann getan wird. Maßgebend ist die Frucht, das Ergebnis, die konkrete Tat. Nicht maßgebend ist das, was der andere sagt, was er angeblich tun will, was er angeblich beabsichtigt. Prüfen Sie also die Konsistenz zwischen Sagen und Tun.

5. Sei klug und nicht gierig.

Gier führt sittlich in den Abgrund. Zudem hat Gier die Eigenschaft, das Hirn zu vernebeln („Gier frisst Hirn“). Ein Geschäft, das zu gut erscheint, könnte ein schlechtes Geschäft sein. Eine der vier Kardinaltugenden ist nicht umsonst die Tugend der Mäßigung. Maß und Mitte ist eine Lebenshaltung, die zu tragfähigen Entscheidungen jenseits der Extreme führt. Streben Sie also keine Geschäfte an, die eine sagenhafte Rendite versprechen. Auch das Versprechen einer Rendite ist ein Versprechen der Frucht, nicht aber die Frucht selbst.

6. Betrüger erzählen schöne Geschichten.

Für alles und jedes haben gute Betrüger die passende „Story“. Für alles gibt es eine scheinbar einleuchtende Erklärung. Damit sollen objektive Einwände entkräftet werden. Nun gibt es ja wirklich glaubwürdige Erklärungen, und nicht jede weist auf betrügerische Absichten hin. Wenn sich aber Ihre Fragen häufen und es zu vieler „Geschichten“ zu ihrer Beantwortung bedarf, sollten Sie misstrauisch werden.

7. Betrüger setzen Sie unter Druck.

Dies kann offen oder (wirkungsvoller) subtil geschehen. Fühlen Sie sich irgendwie nicht frei in Ihrer Entscheidung? Dann sollten Sie aufpassen. Betrüger verstehen es sehr geschickt, Sie zu der gewünschten Entscheidung zu bewegen. Im Vertrieb nennt man das „Abschluss-Sicherheit“. Es geht hier um die manipulative Beeinflussung Ihrer Entscheidung. Techniken hierfür sind subtiler Druck, Zeitdruck, sozialer Druck – man will ja nicht unhöflich sein. Ich möchte Sie ermuntern: Dann seien Sie eben unhöflich. Auch eine (Ihnen vielleicht peinliche) Absage im letzten Moment kann richtig sein. Es geht um Ihre Interessen und nicht um das Erfüllen frem-der Erwartungshaltungen!

Der Autor Andreas Moschinski ist Professor für Finanzen/Controlling an der Hochschule Koblenz und Geschäftsführer der Moschinski Consult GbR in Mainz